Mehr Sicherheit durch das Manipulationssicherungssystem - ManiSTOP -





Ergänzungen zur Erschwerung der Manipulation an Gas-Installationen



1. Ergänzungstext für die DVGW-TRGI'86/96 von August 2000

Zusätzliche Absätze in Abschnitt 1.2 Allgemeines


1.2.10  Leitungsenden sind auszuschließen. Bei Ausnahmen müssen in allgemein zugänglichen
           Räumen Sicherheitsstopfen bzw. Sicherheitskappen zur Anwendung kommen.

1.2.11  Flanschverbindungen und Verschraubungen (z.B. Gaszähler, Gas-Druckregelgerät, lösbare
           Verbindung zwischen Außen-und Innenleitung) in allgemein zugänglichen Räumen sind
           weitestgehend zu vermeiden oder gegen Zugriff zu sichern. Sicherheitstechnisch
           vergleichbarer baulicher Schutz ersetzt vorstehende Maßnahmen.



2. Maßnahmen zur Manipulationsabwehr

Passive Maßnahmen, P1 und P2, die dem Manipulationseingriff höhere Schranken und Hemmschwellen entgegensetzen:

P1:  Reduzierung von Leitungsenden auf ein notwendiges Mindestmaß; Einbau von
      Sicherheitsstopfen/-kappen, Sichern von Verschraubungen

P2:  Verschließen des Hausanschlussraumes, Einhausung der Gasdruckregelgerät-/Zählereinheit,
      Anordnung des Hausanschlusskastens außerhalb des Gebäudes.



3. Lösbare Verbindungen

Laut Absatz 1.2.11 sind die lösbaren Verbindungen " in allgemein zugänglichen Räumen weitestgehend zu vermeiden oder gegen Zugriff zu sichern ". Bei den lösbaren Verbindungen handelt es sich um Flanschverbindungen und Verschraubungen. Diese sind nicht vermeidbar, wo sie durch das Regelwerk als lösbare Verbindungen gefordert sind, wie die Verbindung zum Gaszähler, Gas-Druckregelgerät und die lösbare Verbindung zwischen Außen- und Innenleitung. Der im TRGI-Ergänzungstext verwendete unbestimmte Begriff "weitestgehend" bezieht sich auf derartige Bauteile (z.B. die lösbaren Verbindungen zur Berücksichtigung der Anforderungen für den Übergang zwischen Außen- und Innenleitung) im Sinne eines Minimierungsgebotes, was bei der zukünftigen Planung zur Auswahl alternativer Lösungen führen sollte.

Für die nicht vermeidbaren Verbindungen in allgemein zugänglichen Räumen wird eine Zugriffssicherung, z.B. als technische Schutzeinrichtung für das Bauteil selbst oder ein "sicherheitstechnisch vergleichbarer baulicher Schutz" gefordert. Die technische Sicherung für das Bauteil, den Flansch oder die Verschraubung selbst, kann eine Klemme/Vorrichtung aus Metall oder einem geeigneten Kunststoff sein, die, ähnlich dem Prinzip der Sicherheitsverschlüsse, einen Zugriff auf Schlüsselflächen durch handelsübliches Werkzeug verhindert - z.B. frei drehbarer Sicherungsring oder vollständige Kapselung. Bei der wiederverwendbaren Auslegung solcher Sicherungen sind diese mit Sonderwerkzeug oder einem speziellen Schlüssel wieder zu lösen (s.Abbildung 7). Für eine Anforderungsbeurteilung an solche Sicherungen kann die DVGW-VP 634 in Anlehnung benutzt werden. Da diese Sicherungen nur mittelbare Teile der Gasanlage sind (nicht gasberührt), kann für diese ein DVGW-Prüfzeichen nicht gefordert, jedoch auf Wunsch freiwillig erteilt werden. Der Plombendraht oder die übergeschobene leicht zerdrückbare Plastikschelle erfüllt selbstverständlich nicht die hier abgesprochene Schutzzielforderung.



3. Sicherungssystem für alle lösbaren Verbindungen, Stopfen, Kappen